Wie Calciumhydroxid dazu beitragen kann, das chemische Gleichgewicht der Ozeane wiederherzustellen
Die Versauerung der Ozeane ist ein Phänomen, das Wissenschaftler bereits seit Jahren beobachten.
Durch den Klimawandel und die steigenden CO₂-Mengen in der Atmosphäre sinkt der pH-Wert der Meere.
Zunächst einmal muss berücksichtigt werden, dass die Ozeane und Meere eine wesentliche Rolle bei der Kohlenstoffaufnahme spielen: Sie absorbieren auf natürliche Weise etwa 25 % des in die Atmosphäre ausgestoßenen CO₂. Wenn Kohlendioxid mit Wassermolekülen reagiert, entsteht Kohlensäure, die sich wiederum unter Freisetzung von Wasserstoffionen dissoziiert. Die Wasserstoffionen senken den pH-Wert des Wassers, sodass mit zunehmender CO₂-Absorption auch der Säuregehalt des Wassers steigt.

Dadurch verringert sich die Menge der verfügbaren Carbonat-Ionen, die für viele Meeresorganismen wie Korallen und Weichtiere zur Bildung ihrer Calciumcarbonat-Strukturen unerlässlich sind. Die Versauerung der Ozeane führt daher zu einer Schwächung dieser Organismen, was Auswirkungen auf die gesamte marine Nahrungskette haben kann. Dies ist eine Tatsache, die Wissenschaftler beunruhigt, da die Schwächung der Meeresökosysteme auch Folgen für den Menschen haben könnte, sei es aufgrund der Nährstoffzusammensetzung von Meeresfrüchten oder der Ausbreitung von Schadstoffen in der Meeresumwelt.
Seit einigen Jahren suchen Wissenschaftler nach Lösungen für diese Versauerung, und es scheint, dass Calciumhydroxid oder Löschkalk dabei eine sehr wichtige Rolle spielen könnten. Wissenschaftler der Universität Notre Dame (USA) führten im Mündungsgebiet von Apalachicola (Florida) ein Experiment mit sehr positiven Ergebnissen durch. Sie injizierten 2.000 Liter mit Kalk angereichertes Meerwasser und stellten fest, dass ein Teil der Säure im Wasser neutralisiert wurde und dass dabei außerdem CO₂ abgebaut werden konnte. Dank dieses Versuchs wurde nachgewiesen, dass in einem natürlichen Ökosystem eine „alkalische Anreicherung des Ozeans” möglich wäre, um die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf unseren Planeten zu mildern.
Quelle: https://www.science.org/content/article/ocean-geoengineering-scheme-aces-its-first-field-test

