Kalk ist in der Eisen‑ und Stahlherstellung unverzichtbar. Branntkalk oder Stückkalk (CaO), Kalkhydrat (Ca(OH)₂) sowie Calciumcarbonat‑ und Dolomitprodukte steuern die Schlackenchemie, unterstützen Entschwefelung/Entphosphorung, schützen Feuerfestmaterialien und verbessern Energie‑ und Prozesskennzahlen – vom Sinter bis zur Sekundärmetallurgie. Mit den passenden Spezifikationen sichern Sie gleichbleibende Stahlqualitäten, geringere Tap‑to‑Tap‑Zeiten und eine robuste Compliance in Umweltprozessen.
Warum Kalk im Stahlwerk unverzichtbar ist
Kalk ist im modernen Stahlwerk unverzichtbar und übernimmt zentrale Funktionen in verschiedenen Prozessschritten. Durch gezielte Schlackenführung und die Erhöhung des CaO/SiO₂-Verhältnisses fördert Kalk die Bindung von Phosphor und Schwefel und sorgt für homogene, fließfähige Schlacken. Dies ermöglicht effiziente Reaktionen in BOF/LD-, EAF- und LF-Aggregaten. Reaktiver Branntkalk beschleunigt die Heißmetall-Desulfurierung, beispielsweise im KR-Verfahren oder in der Desulfurierpfanne, und unterstützt die Phosphorreduktion im Konverter. Für eine stabile Ofenperformance und den Schutz der Feuerfestmaterialien sorgt die Foamy-Slag-Stabilität im EAF sowie die MgO-Sättigung durch Dolomit, was den Feuerfestverschleiß reduziert und konstante Tap-to-Tap-Zeiten gewährleistet.
Auch in Umweltprozessen spielt Kalk eine Schlüsselrolle: Kalkhydrat wird zur Rauchgasentschwefelung (FGD), zur Neutralisation von Beiz- und Prozesswässern sowie zur Stabilisierung staubhaltiger Reststoffe eingesetzt. In der Vorstufe Sinter/Pellets verbessert feinkörniger Kalkstein oder Dolomit als Flussmittel die Sinterqualität, Permeabilität und die Festigkeit von DRI/Pellets.

Typische Einsatzbereiche im Überblick
Sinter & Pellets: Feinkörniges CaCO₃/Dolomit dient der Erreichung einer optimalen Grundbasizität, verbessert die Sinterdrücke und gewährleistet stabile Betriebsbedingungen im Hochofen.
Hochofen & Heißmetall: Branntkalk wird zur Neutralisation von SiO₂, Bindung von Schwefel sowie zur Modifikation der Schlacke eingesetzt.
BOF/LD & Sekundärmetallurgie (LF, VD/VOD, AOD): Die Zugabe oder Injektion von Kalk unterstützt die Abscheidung von Phosphor und Schwefel, ermöglicht die Bildung von Schaum- und Deckschlacken, dient der Desoxidation und schont feuerfeste Auskleidungen.
EAF: Foamy-Slag-Stabilisierung (CaO + C) ermöglicht die Konditionierung der Schlacke und trägt zur Reinigung der Rauchgase bei.
Abgas/Wasser: Kalkhydrat findet Anwendung in der Rauchgasentschwefelung (FGD), bei der Abscheidung von HF/HCl (je nach Standort) sowie zur pH-Kontrolle in Abwasserströmen.



















